Professor Layton erhält eines Tages ein Schreiben der Witwe des reichen Barons von Saint-Mystère. Der Baron hat kurz vor seinem Ableben noch ein trickreiches Puzzle hinterlassen, das allein über sein Erbe entscheidet. Wer den goldenen Apfel, den er irgendwo versteckt haben möchte, findet, erhält sein gesamtes Erbe. Viele haben sich bereits daran versucht, den Apfel zu finden, doch keiner hatte bislang Erfolg. Da Professor Layton sich als Meister des Lösens von Rätseln einen Namen gemacht hat, beauftragt die Witwe nun also Professor Layton, den Apfel zu finden und ihr so das Erbe ihres verstorbenen Gatten zu sichern. Sofort macht sich der Professor zusammen mit seinem Assistenten - oder wie er es lieber hören mag Lehrling - Luke auf, das Rätsel zu lösen. Die Geschichte wird in einer sehr schön gezeichneten Anime-Sequenz erzählt und mit guten englischsprachigen Sprechern unterlegt. Da das Spiel augenscheinlich in Großbritannien spielt, ist es erfreulich, dass auch ein britischer Akzent zu hören ist. Nicht das gesamte Spiel ist vertont, aber die Videosequenzen sind jeweils mit Sprachausgabe versehen und wirken so wie ein Anime-Film. Hat man die Einführung in die Geschichte hinter sich gebracht, kann man sich um das eigentliche Spielprinzip kümmern. Auf den ersten Blick handelt es sich bei Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf um ein ganz gewöhnliches Point-&-Click-Adventure. Man bewegt sich von einem statischen Bildschirm zum nächsten, kann Objekte untersuchen und mit Leuten sprechen, indem man sie antippt und vor allem wird das gesamte Spiel nur über den Stylus gesteuert. Einzig um Text weiter zu drücken finden wahlweise auch die Buttons des DS Verwendung. Als Adventure macht Layton aber auf jeden Fall schon einmal einen guten Eindruck, denn es ist komplett auf den DS zugeschnitten und so gibt es keinerlei Probleme mit der Steuerung oder - was bei PC-Ports leider allzu üblich ist - mit der Sichtbarkeit der Objekte in den Levels.
Doch hinter Professor Layton steckt ein frischeres Konzept als man zunächst annehmen mag. Wie bereits angesprochen ist Professor Layton ein echter Meister im Lösen von Rätseln und der Name Saint Mystère deutet es bereits an: Das sollte man vom Spieler besser auch behaupten können. Bereits die Anleitung verrät, dass ein Professor, der sich tatsächlich viel mit Rätseln beschäftigt, Professor Tago, an dem Spiel mitgearbeitet hat. Das sieht konkret so aus, dass man immer wieder im Spiel kleinere Rätsel lösen soll. Diese Rätsel sind enorm kreativ und es sollte für jeden Spieler reichlich Interessantes dabei sein. So muss man beispielsweise in einem Spiel Streichhölzer, die einen Hund symbolisieren, so umlegen, dass er aussieht wie ein überfahrener Hund, in einem anderen Spiel muss man geometrische Kenntnisse unter Beweis stellen und die Länge einer Diagonale in einem Rechteck angeben, in wieder einem anderen Spiel muss man das bekannte Wolf-Küken-Problem lösen, bei dem man drei Wölfe und drei Küken von einem Ufer an das andere befördern soll, ohne dass jemals mehr Wölfe als Küken an einem Ufer sind. Die Rätsel sind überall in der Welt versteckt und können entdeckt werden, indem man einfach alle interessanten Objekte in der Spielwelt antippt.
Damit man auch alle Rätsel im Spiel absolvieren kann, sind die Rätsel nach ihrem Vorkommen im Spiel nummeriert, so dass man immer gleich weiß, wenn man ein Rätsel ausgelassen hat. Während die meisten Rätsel optional sind, sind auch eine ganze Menge Rätsel direkt in das Spiel eingepasst und müssen absolviert werden, damit man in der Geschichte weiterkommt. Ist man kein so helles Köpfchen, oder benötigt einfach mal Hilfe, weil einem ein Rätsel nicht liegt, kann man sich überdies mit überall im Spiel versteckten Hinweismünzen Tipps kaufen, die einem beim Lösen der Rätsel helfen. Allerdings gibt es natürlich bei weitem nicht genügend Münzen, um damit jedes Rätsel zu lösen, man sollte also auf jeden Fall erst einmal selbst überlegen. Man sollte jedoch nicht falsch raten, denn für jedes Minispiel wird man mit Punkten, so genannten Pikarat belohnt. Aber für jedes Mal, dass man die falsche Antwort rät, bekommt man zur Strafe weniger Pikarat für das Spiel. Die Rätsel erinnern ein wenig an Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging und ähnliche Spiele, doch ist das ganze bei Layton wesentlich spielerischer und mehr auf Core-Gamer bezogen präsentiert. Die Rätsel sind zwar nicht immer richtig gut, doch die Zahl der guten Rätsel übersteigt die der schwachen bei weitem und so macht Layton für die etwa zehn Stunden, die man zum Durchspielen benötigt, viel Spaß. Ein besonderer Bonus ist die Wi-Fi Connection. Man kann sich nämlich täglich ein frisches Rätsel über die Wi-Fi Connection herunterladen. Ein sehr löbliches System, das die Spielzeit deutlich steigern kann. Dem Genre entsprechend gibt es aber keinen Multiplayermodus.Grafisch ist Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf schlicht, aber hübsch. Natürlich sind die Standbilder nichts, was den Nintendo DS wirklich auslasten würde, doch sind die Anime-Zeichnungen sehr schön anzusehen und sorgen für eine gute, leicht skurrile Atmosphäre. Noch besser ist der Eindruck der Anime-Sequenzen, die die Story vorantreiben. Diese sind - für ein NDS-Spiel ungewöhnlich - sehr sauber und leiden nicht sonderlich unter Kompression. So mancher Entwickler dürfte sich da gerne mal eine Scheibe von abschneiden. Die Musik ist durchweg gut gelungen und die bereits angesprochene Sprachausgabe rundet das audio-visuelle Gesamtbild passend ab. Dass keine deutsche Sprachausgabe vorhanden ist, ist absolut verständlich - die hätte keinen Platz auf der mehrsprachigen Spielkarte gefunden.


























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