Final Fantasy und Disney, kann das gut gehen? Das ist eine Frage, die sich viele Spieler und Redakteure gestellt haben, als Square im Mai 2001 Kingdom Hearts für die PlayStation 2 angekündigt hat. Trotz Bedenken im Vorfeld heimste Kingdom Hearts eine ordentliche Menge an Lob ein und fand Millionen von Käufern verschiedenen Alters. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass mittlerweile - neben einem Nachfolger auf der PlayStation 2 - auch ein Ableger für den Game Boy Advance erschienen ist und dieser Tage mit dem NDS-Titel 358 / 2 Days noch ein vierter Titel in der Reihe auf den Markt kommt. Doch kann der Titel für den Dual Screen überzeugen oder erwartet den geneigten Spieler eine Enttäuschung?
In Kingdom Hearts 358 / 2 Days schlüpft man in die Rolle von Roxas, dem Niemand vom Titelhelden der übrigen Kingdom Hearts-Titel, Sora. Erzählt werden die 358 Tage, die Roxas in der Organisation XIII verbringt und welche Intrigen hinter seinem Rücken geschmiedet werden. Neben Roxas spielen auch viele andere Niemande wie Xemnas eine entscheidende Rolle. Wichtigster anderer Niemande ist aber Nummer XIV, Xion, die sich im Laufe des Spiels mit Roxas anfreundet und den Spieler bis zum Ende des Spiels auf ihre Weise begleitet. Weniger wichtige Rollen spielen allerdings diesmal Mickey Maus und Donald, Kingdom Hearts 358 / 2 Days ist somit eher für Kingdom Hearts-, als für Disney-Fans geschaffen. Die Geschichte ist gerade für Kenner der übrigen Teile sehr interessant, aber wird leider recht verwirrend vorgetragen. Nichtsdestotrotz macht die Präsentation der Geschichte des Spiels viel Spaß und es kann sogar durchaus Spannung aufkommen wie es weitergeht. Etwas mehr Struktur hätte dem Spiel aber sicher nicht geschadet und wer die übrigen Spiele nicht kennt, hat es besonders schwer, dem Spiel zu folgen.
Angesichts dessen, dass Kingdom Hearts 358 / 2 Days auf einem Handheld, statt auf einer Konsole erschienen ist, ist es nicht weiter verwunderlich, dass Square Enix die Spielstruktur im Vergleich zu den PlayStation 2-Spielen ein wenig verändert hat. Allerdings wurde nicht so viel geändert wie bei Chain of Memories für den Game Boy Advance, das grundlegende Gameplay hat es auf den Nintendo DS geschafft. Anders als auf der PlayStation 2 bewegt man sich hier allerdings nicht durch zusammenhängende Welten, sondern muss vielmehr Missionen bestreiten. An den Tagen, die man in der Haut von Roxas verbringt, kann man jeweils eine Mission erfüllen und anschließend im Hauptquartier den Spielstand speichern. Bei fast 100 (teilweise optionalen) Missionen versteht es sich von selbst, dass man nicht für jede Mission ein neues Gebiet erkunden kann. Stattdessen wiederholen sich die verschiedenen Gebiete relativ häufig in diesem Spiel. Leider hat Entwickler h.a.n.d. offenbar die Faulheit gepackt, so dass viele Regionen mit wenigen Veränderungen aus den Vorgängern übernommen wurden, so dass Kenner der Vorgänger viele Deja-Vus erleben dürften. Die Wiederholungen innerhalb des Spiels sind leider auch recht zahlreich und insbesondere zeitlich gehäuft, so dass auch Neuspieler durchaus Abnutzungserscheinungen bemerken dürften.
Die Steuerung ist relativ simpel gestaltet und nutzt insbesondere den Touchscreen nicht merklich. Ausschließlich zur Steuerung der Kamera kann der Touchscreen verwendet werden und ist hierfür erwartungsgemäß wenig geeignet, da man die meiste Zeit des Spiels beide Daumen auf den Knöpfen und dem Steuerkreuz benötigt. Mit dem Steuerkreuz bewegt man Roxas durch die Spielwelt, im Kampf dient der A-Knopf zum Angreifen mit dem Schlüsselschwert, sonst zur Auswahl einer Aktion und B zum Springen. Mit Hilfe der Schultertasten kann die Kamera gedreht werden und mit Hilfe des X-Knopfes kann man durch die Befehlsliste am unteren linken Bildschirmrand navigieren. Das Befehlslisten-System hat allerdings zur Folge, dass Einblendungen auf dem Bildschirm die Bewegungsfähigkeit des Charakters einschränken. So kommt es durchaus häufiger vor, dass man beispielsweise eine Stelle eines Levels nicht untersuchen kann, weil die entsprechende Aktion zur Zeit nicht auf dem Bildschirm angezeigt wird, da das Spiel den Spieler gerade über eine Einblendung über irgend etwas informieren möchte. Das ist ärgerlich und vermeidbar.




















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